Blutfette und warum man sie regelmässig messen sollte
Die Blutfettbestimmung ist Bestandteil der seit der Gesundheitsreform eingeführten Vorsorgeuntersuchung, die jeder ab dem 35. Lebensjahr in der Schweiz alle zwei Jahre durchführen lassen kann und deren Kosten von den Krankenkassen übernommen werden.
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Zur Bestimmung der Cholesterinwerte ist eine Blutabnahme erforderlich. Da nach einer Mahlzeit die Blutfette erhöht sein können, sollte man, um genaue Werte zu erhalten, etwa zwölf Stunden vorher nichts gegessen haben. Gemessen werden die Konzentrationen im Blut von:
- Gesamtcholesterin
- LDL-Cholesterin
- HDL-Cholesterin
- Triglyzeriden
Die Angaben erfolgen in Milligramm pro Deziliter (mg/dl) oder in Millimol pro Liter (mmol/l). Die Höhe der Blutfettwerte ist abhängig vom Lebensalter und Geschlecht. Generell sollte bei einem gesunden Menschen – ohne weitere Risikofaktoren für die Entstehung einer Arterienverkalkung – der Cholesterinwert nicht über 240 mg/dl liegen. Grundlage dieser Werte ist das Wissen aus verschiedenen, grossen Untersuchungen mit vielen Patienten, wonach ein erhöhter Cholesterinspiegel ein wichtiger Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen (koronare Herzerkrankung, Herzinfarkt) sowie für Schlaganfälle ist. |
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| Kommen noch andere Risikofaktoren wie hoher Blutdruck, Rauchen, Zuckerkrankheit oder Übergewicht dazu oder leiden Sie oder ein Angehöriger Ihrer Familie unter einer Herz- oder Gefässerkrankung, steigt das Risiko noch mehr an. Daher gelten in diesem Fall strengere Massstäbe. Besonders wichtig ist hier eine Senkung des LDL-Cholesterins, um die Arterienverkalkung nicht weiter zu beschleunigen. Nach neuesten Richtlinien des amerikanischen National Institute of Health werden ab zwei Risikofaktoren Werte unter 130 mg/dl und bei bereits bestehender koronarer Herzerkrankung oder einem ähnlich hohen Risiko eine Senkung des LDL-Cholesterins unter 100 mg/dl empfohlen. |
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Wenn bei der ersten Untersuchung erhöhte Cholesterinwerte festgestellt wurden, wird der Arzt zur Sicherheit noch ein- oder zweimal die Werte kontrollieren. Sollten die Konzentrationen dann immer noch zu hoch sein, spricht man von einer Hypercholesterinämie, was so viel wie «zu viel Cholesterin im Blut» bedeutet. Zu den häufigsten Ursachen gehören:
- fett- und cholesterinreiche Ernährung
- Schilddrüsenunterfunktion
- schlecht eingestellte Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus)
- chronische Lebererkrankungen
- erblich bedingte (so genannte familiäre) Hypercholesterinämie
- Einnahme verschiedener Medikamente wie zum Beispiel Hormone zur Verhütung (z.B. die «Pille») und Entwässerungstabletten (Diuretika)
Bei der seltenen familiären Hypercholesterinämie können die Körperzellen nur sehr wenig Cholesterin aus dem Blut aufnehmen. Ursache dafür ist ein Mangel an LDL-Rezeptoren, an die sich die LDL-Transporter binden und das Cholesterin so an die Körperzelle abgeben. Die Folge sind extrem hohe LDL-Cholesterinmengen im Blut und damit eine ausgeprägte Arterienverkalkung, so dass die Betroffenen häufig bereits in jüngeren Jahren einen Herzinfarkt erleiden. |