Welche Epilepsieformen gibt es?

Ebenso, wie es viele verschiedene Arten von Anfällen gibt, gibt es auch viele verschiedene Formen von Epilepsie. Man unterscheidet Hunderte verschiedener Epilepsiesyndrome – Erkrankungen, die durch eine bestimmte Gruppe von Symptomen gekennzeichnet sind, von denen eines die Epilepsie ist. Einige dieser Syndrome sind wohl erblich. Bei anderen Syndromen ist die Ursache nicht bekannt. Epilepsiesyndrome werden häufig nach ihren Symptomen oder ihrem Entstehungsherd im Gehirn bezeichnet.

Die häufigsten Epilepsiesyndrome:
 
Absencen 
Absencen sind wiederholte Anfälle, die zu einer vorübergehenden Bewusstseinspause führen. Diese Anfälle beginnen fast immer in der Kindheit oder im Jugendalter und sind oft familiär. Manche Menschen, die an Absencen leiden, machen während ihrer Anfälle unwillkürlich Bewegungen wie Zucken mit dem Arm oder schnelles Blinzeln der Augen. Andere haben keine erkennbaren Symptome, sie sind nur kurz «weg». Unmittelbar nach einem solchen Anfall kann der Betroffene mit der zuvor begonnenen Tätigkeit fortfahren. Diese Anfälle können jedoch so häufig auftreten, dass sich die Betroffenen in der Schule oder in anderen Situationen nicht konzentrieren können. Absencen im Kindesalter verschwinden meist, sobald das Kind in die Pubertät kommt.

Psychomotorische Epilepsie
Psychomotorische Epilepsie ist ein anderer Begriff für wiederholte partielle Anfälle, insbesondere Anfälle des Temporallappens. Der Begriff psychomotorisch bezieht sich auf die Missempfindungen, seltsamen Gefühle und Verhaltensweisen, die bei diesen Anfällen auftreten.
 
Temporallappenepilepsie
Die Temporallappenepilepsie (TLE) ist die häufigste Form einer Epilepsie mit partiellen Anfällen. Diese Anfälle gehen meist mit Auren einher. Die TLE beginnt oft in der Kindheit und kann nach gewisser Zeit den Hippocampus – die Gehirnstruktur für Gedächtnis und Lernen – beschädigen. Es ist daher wichtig, eine TLE frühzeitig und so wirksam wie möglich zu behandeln.
 
Frontallappenepilepsie
Bei einer Frontallappenepilepsie tritt meist eine Serie kurzer Anfälle mit plötzlichem Beginn und Ende auf.
 
Okzipitallappenepilepsie
Die Okzipitallappenepilepsie beginnt meist mit optischen Halluzinationen, schnellem Blinzeln oder anderen Augensymptomen.
 
Parietallappenepilepsie
Die Symptome der Parietallappenepilepsie ähneln denen anderer Formen sehr, da sich Parietallappenanfälle häufig in andere Hirnregionen ausbreiten. 




Maja Simic
Senior Product Manager Special Products