Wie wird die BPH behandelt?

Es gibt – je nach Stärke der Symptome und Schweregrad der Erkrankung – viele Möglichkeiten zur Behandlung einer bestehenden BPH. Welche Therapie für Sie die richtige ist, sollte in jedem Fall Ihr Arzt entscheiden.

Medikamentöse Therapie

Oft ist eine Behandlung mit Arzneimitteln der richtige Weg. Als gut verträgliche und moderne Therapie gilt heute die Behandlung mit sogenannten alpha-1-Rezeptoren-Blockern. Diese Arzneimittel wirken direkt an der Prostata und sorgen für rasche und anhaltende Beschwerdefreiheit innerhalb von 1 – 2 Wochen. Sie entspannen die glatte Muskulatur der Prostata und der Harnröhre.
Sogenannte 5-alpha-Reduktase-Hemmer greifen in den Hormonhaushalt ein und können so die Grösse der Prostata mindern. Allerdings tritt ihre Wirkung erst nach Monaten ein.
Darüber hinaus werden häufig Phytopharmaka, d. h. pflanzliche Arzneimittel, zur Behandlung der BPH eingesetzt.
Operative/instrumentelle Verfahren

Wann muss operiert werden?
Ein zwingender Grund zur Operation besteht bei Harnwegsinfekt, akuter Harnverhaltung und sichtbarer, medikamentös nicht beherrschbarer Hämaturie (vermehrtes Vorkommen von roten Blutkörperchen im Urin) jeweils bei wiederholtem Auftreten. Ausserdem z. B. bei erheblicher Behinderung des Harnabflusses, Harnblasensteinen und grossen Ausstülpungen der Harnblasenwand. Mässige (IPSS 17 – 19 Pkt.) bis starke Beschwerden (IPSS 20 – 35 Pkt.) oder eine Restharnmenge über 100ml sind kein zwingender Grund zur Operation. Gleiches gilt beispielsweise für einen max. Harnfluss unter 15 ml pro Sekunde.

Was sind die bekanntesten Verfahren?
Eingesetzt werden eine Fülle von operativen Verfahren. Sie unterscheiden sich im Zugangsweg (z.B. transurethral, d. h. durch die Harnröhre), in den verwendeten Instrumenten (z. B. Laser) und in der Art der Beseitigung des Abflusshindernisses (z. B. Abtragung, Aufweitung).
Als chirurgische Therapieoption wird zumeist die Transurethrale Prostataresektion (TUR-P) eingesetzt. Mit Hilfe eines Operationsspiegels, der durch die Harnröhre bis zur Prostata vorgeschoben wird, schneidet der Operateur Prostatagewebe heraus, das dann über den Schaft des Instrumentes herausgespült wird.
Trotz technisch-medizinischer Weiterentwicklungen (wie beispielsweise Laserverfahren, transurethrale Mikrowellenthermotherapie oder transurethrale Nadel-Ablation) ist die TUR-P-Methode bei der chirurgischen Therapie weiterhin das Standardverfahren.
Bei bestimmten Voraussetzungen, z. B. bei sehr stark vergrösserter Prostata, wird nach wie vor traditionell durch einen offenen Zugang durch die Bauchdecke operiert.



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Maja Simic
Senior Product Manager Special Products