Wie funktioniert der Magen-Darm-Trakt?

Die Hauptaufgabe unseres Magen-Darm-Traktes besteht darin, die mit der Nahrung aufgenommenen Nährstoffe aufzuspalten und dem Körper zur Verwertung zuzuführen. Unser Verdauungssystem bildet ein komplexes System aus hintereinander geschalteten Organen, das mit dem Mund beginnt und am After endet.

Schon unsere Nase «riecht den Braten». Der Duft von frischem Brot, der Geruch von gebratenem Fleisch oder Kräutern lösen durch das Appetitzentrum im Gehirn einen vermehrten Speichelfluss aus. Über die Blutbahn und Nerven gelangen Informationen aus dem Körper zum Gehirn, etwa darüber, wie hoch der Blutzuckerspiegel ist, ob eine Fettzelle Nachschub benötigt oder ob der Magen noch «bis oben hin voll ist». Aber auch, ob das Essen appetitlich riecht, für das Auge ansprechend angerichtet ist und wie der erste Bissen schmeckt.
Das Gehirn koordiniert Hunger, Appetit und Sättigung. Wenn dem Gehirn Bedarf angemeldet wird, befiehlt es: «Iss mehr». Oder es sagt: «Schluss – fertig mit Essen».
Die Verdauung beginnt bereits im Mund. Die Nahrung wird während des Kauens mechanisch zerkleinert und intensiv mit Speichel vermischt. Der Speichel spaltet mit seinen Verdauungsenzymen die Kohlenhydrate aus dem Brot, der Pasta, den Früchten etc. auf. Je länger wir kauen, desto süsser schmeckt die Nudel. Die langen Kohlenhydratketten werden in kleinste Zuckermoleküle aufgespalten.
Beim Schlucken passiert der Speisebrei den Rachen und gelangt in die Speiseröhre (Ösophagus). Von dort wird der Speisebrei durch rhythmische Bewegungen zum Mageneingang weitertransportiert.
Am Ende der Speiseröhre befindet sich ein spezieller Schliessmuskel. Gelangt die Nahrung an das Ende der Speiseröhre, so öffnet er sich und die Nahrung gleitet in den Magen. Umgekehrt verhindert dieser Schliessmuskel, dass Speisebrei aus dem Magen zurück in den Ösophagus wandert.
Im Magen zersetzt der stark salzsäurehaltige Magensaft in weiteren Schritten den Speisebrei. Dazu kommen verschiedene Enzyme des Magens, die die langen Eiweissketten der Nahrung (z. B. Fleisch) zerlegen. Täglich produziert unser Magen ungefähr zwei bis drei Liter Magensaft.

Der Magen selber schützt sich durch eine Schleimschicht vor der Selbstverdauung durch die starke Säure (pH-Wert 1–2). Im Magen wird der Speisebrei durchgeknetet. Nach mindestens zwei Stunden (abhängig von den Nahrungsbestandteilen) öffnet sich der Ringmuskel am Ende des Magens und schickt portionsweise einen dünnen Brei in den Zwölffingerdarm.

 




Der Magen-Darm-Trakt