Entzündung der Magen-Darm-Schleimhaut

Wie äussert sie sich?

Entzündet sich die Magenschleimhaut, wird dies auch als Gastritis (früher «Magenkatarrh») bezeichnet. Dabei werden zwei grundsätzlich verschiedene Krankheitsbilder unterschieden: die akute Gastritis und die chronische Form. Eine akute Entzündung der Magenschleimhaut entsteht häufig als Folge einer schweren Erkrankung, z. B. bei Verbrennungen und Verletzungen. Auch können bestimmte Medikamente (Schmerzmittel, Cortison etc.) eine akute Gastritis hervorrufen. Insgesamt ist diese Form aber relativ selten. Eine Entzündung der Schleimhaut des Dünndarms wird als Duodenitis bezeichnet.

Häufiger als die akute Gastritis sind dagegen die chronischen Entzündungen der Magenschleimhaut. Grundsätzlich tritt eine Schädigung der Schleimhaut im Magen-Darm-Trakt immer dann auf, wenn es zu einem Ungleichgewicht zwischen schützenden Faktoren (z. B. Schleimproduktion) und schädigenden Faktoren kommt. Dies kann ganz verschiedene Ursachen haben.
Bei der chronischen Magenschleimhautentzündung werden drei Typen unterschieden. Typ A ist die Folge von autoimmunen Prozessen (autoimmun = Reaktion des Körpers gegen sich selbst). Typ B wird ausgelöst durch eine bakterielle Infektion des Magens mit dem Keim Helicobacter pylori. Diese Form kommt mit ca. 80% am häufigsten vor. Die Typ C-Gastritis wird verursacht durch äussere chemische Einflüsse wie Alkohol, Zigaretten rauchen oder bestimmte Medikamente. Diese Gastritis kann aber auch eine Folge innerer Faktoren sein, wie der giftigen Wirkung des Gallensaftes, wenn er in den Magen gelangt.
In vielen Fällen kann die genaue Ursache einer Gastritis oder Duodenitis nicht geklärt werden. Häufig scheint auch (Dauer-)Stress eine Rolle zu spielen.
Die ersten Hinweise auf eine akute Magen- oder Darmschleimhautentzündung sind häufig wenig spezifisch. Es können ein diffuses Druckgefühl, aber auch akute Schmerzen in der Bauchgegend auftreten. Dazu können noch Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen und Blähungen kommen.

Die chronische Magenschleimhautentzündung verläuft häufig noch unspezifischer. Vielleicht haben Sie schon einmal über einen längeren Zeitraum unter Appetitlosigkeit, Völlegefühl, diffusen Druckbeschwerden in der Magengegend, Sodbrennen und Blähungen gelitten.

Ihr Arzt hat dann bei diesen nicht einfach

einzuordnenden Beschwerden im Oberbauch festgestellt: «Verdacht auf chronische Gastritis».

Wie wird eine Entzündung der Magen-Darm-Schleimhaut festgestellt?

Um eine Gastritis oder Duodenitis nachzuweisen, muss eine feingewebliche Untersuchung der Magen- oder Darmschleimhaut vorgenommen werden. Dazu werden bei einer Magen- oder Darmspiegelung kleine Proben der Schleimhaut durch eine Biopsie entnommen.

Um eine Infektion des Magens oder Darmes mit dem Bakterium Helicobacter pylori nachzuweisen, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Dafür stehen verschiedene Tests zur Verfügung. Es kann im Blut die Immunantwort des Körpers auf das Bakterium bestimmt werden. Oder es werden durch einen speziellen Atemtest Stoffwechselreaktionen der Erreger aufgezeigt. Eine aufwendige Diagnostik muss aber nicht in allen Fällen erfolgen. Manchmal reichen die Symptome schon aus, um die Diagnose zu stellen.
Ist bei Ihnen eine Magenschleimhautentzündung nachgewiesen worden, sind Sie auf jeden Fall nicht alleine. In den Industrieländern leidet fast die Hälfte der über 50-Jährigen unter einer Gastritis.

Was kann passieren?

Trotzdem sollten Sie diese Erkrankung nicht auf die leichte Schulter nehmen: Eine häufige Komplikation der Typ B-Gastritis (durch Helicobacter pylori bedingt) ist die Entstehung von Magen-Darm-Geschwüren. Bei der Gastritis vom Typ A (autoimmun bedingt) oder Typ B wird vermehrt die Entstehung von Karzinomen im Magen beobachtet. Weiterhin kann es sehr selten auch zu Blutungen aus der Magenschleimhaut kommen. Wenn diese nicht sehr ausgeprägt sind, kann die Folge eine chronische Blutarmut mit Erschöpfung und Abgeschlagenheit sein. In manchen Situationen müssen sehr starke Magen-Darm-Blutungen sofort durch eine Magenspiegelung gestoppt werden.

Wie wird behandelt?

Die akute Gastritis heilt nach Beseitigung der Ursache in der Regel spontan aus. Dagegen sollte eine chronische Gastritis oder Duodenitis durch einen Arzt behandelt werden, sofern sie Beschwerden macht. Die Entscheidung über das therapeutische Vorgehen hängt dabei von der Ursache ab. Bei der bakteriell bedingten Typ B-Gastritis werden in erster Linie die verursachenden Keime mit Antibiotika bekämpft (Eradikationstherapie; vgl. auch Magen-Darm-Geschwür). Die Heilungsaussichten sind dabei in der Regel sehr gut (auch wenn es später wieder zu Rückfällen kommen kann).

Aufgrund der Tatsache, dass der säurehaltige Magensaft eine wesentliche Rolle bei der Entstehung von Magenschleimhautentzündungen spielt, werden vor allem solche Medikamente eingesetzt, die eine Hemmung der Produktion der Magensäure bewirken. Dazu sollten Medikamente, die die Magenschleimhaut reizen können, wie viele Schmerzmittel, möglichst abgesetzt werden.

Wie können Sie vorbeugen?

Einer chronischen Gastritis vorzubeugen ist nicht einfach. Denn neben äusseren Faktoren spielen auch innere, beispielsweise genetische Ursachen eine Rolle. Bitte berücksichtigen Sie einige Punkte:

  • achten Sie darauf, mit Stress gut umzugehen
  • besprechen Sie die längere Einnahme von Schmerzmitteln mit einem Arzt
  • reduzieren Sie den magensäurefördernden Konsum von Kaffee, Zigaretten, Zitrusfrüchten und Alkohol



Der Magen-Darm-Trakt