Wann spricht man von einer Verstopfung?
Eine Verstopfung (Obstipation) wird individuell sehr unterschiedlich empfunden. Unter medizinischen Gesichtspunkten liegt eine Verstopfung vor, wenn man weniger als dreimal in der Woche mit Erfolg aufs «stille Örtchen» kann. Dabei ist der Stuhl hart, die Menge klein. Und das allgemeine Wohlbefinden ist beträchtlich gestört.
Woher kommt sie? Meist ist es unser Verhalten dem eigenen Körper gegenüber, das diese Verdauungsstörung hervorruft. Wir trinken nicht genug, essen kaum Ballaststoffe und gönnen uns zu wenig Bewegung. Dazu kommen Reisen und Stress. Und selbst auf der Toilette setzen wir uns unter Zeitdruck oder verschieben aus Zeitgründen den Gang auf die Toilette. So wird der Darm träge und tut nicht mehr das, was er soll: nämlich richtig gut arbeiten. |
| Darm-, Schilddrüsen- oder andere Erkrankungen sind glücklicherweise selten der Grund für eine Verstopfung. Aber auch manche Medikamente oder eine Schwangerschaft können eine Rolle spielen. Diese Ursachen sind dann anzunehmen, wenn die Verstopfung ganz plötzlich auftritt und der Stuhlgang bisher normal war. In einem solchen Fall sollten Sie sofort den Arzt aufsuchen. |
Übrigens: Rund 15% der Frauen und 5% der Männer in der Schweiz leiden an Verstopfung. Also circa jeder zehnte Erwachsene. Dabei nimmt die Häufigkeit mit dem Alter zu. Bei Frauen schon ab dem 30. Lebensjahr, bei Männer ab 65. |
Was hilft? Bei leichteren Verstopfungen greifen Sie am besten zu Füll- und Quellstoffen. Zu den häufigsten Quellstoffen gehören Leinsamen, Weizenkleie oder Flohsamen, die als besonders verträglich gelten. Ganz wichtig ist, dass Sie gleichzeitig auf eine ausreichende Zufuhr von Flüssigkeit achten. Zwei Liter am Tag sollten es mindestens sein. Allerdings kann es einige Tage dauern, bis Sie damit eine Wirkung erzielen. Auch eine Zufuhr von Ballaststoffen ist wichtig. Allerdings nicht zu viele, denn das wiederum fördert das Entstehen von Blähungen. Ca. 30g pro Tag, diese sind z. B. in drei Scheiben Vollkornbrot enthalten, reichen aus, um die Verdauung auf natürlichem Wege zu fördern. |
| Ein ganz probates Mittel, wenn auch kein Allheilmittel, ist der Einlauf. Dabei wird mit Hilfe eines Klistiers oder eines Irrigators Flüssigkeit über den After in den Darm gepresst. Dadurch weitet sich der Darm stark und der Stuhl geht praktisch sofort (nach 5 bis 20 Minuten) ab. Eine dauerhafte Anwendung ist nicht zu empfehlen, da sie zu Darmträgheit führen kann. |
| Schnell und gut wirken auch Abführmittel (Laxanzien). Und vor allem sind sie in der Anwendung viel einfacher. Besonders bei hartnäckigen Verstopfungen können Sie zu einem Abführmittel greifen. Diese basieren häufig auf wasserbindenden Stoffen, z.B. speziellen Zuckern, die den harten Stuhl aufweichen, dessen Volumen vergrössern und dadurch die Darmtätigkeit anregen. |
| Der kurzfristige Einsatz von Abführmitteln ist unbedenklich. Bei anhaltenden Beschwerden führt aber kein Weg daran vorbei, den Arzt aufzu suchen. |
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Wie lässt sich eine Verstopfung vermeiden? Was Sie im täglichen Leben für Ihren Darm tun können, sagen Ihnen diese Fitnessregeln:
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