Wann spricht man von Durchfall?

Unter Durchfall, der medizinisch Diarrhö genannt wird, hatte wohl jeder schon einmal zu leiden. Im medizinischen Sinne liegt ein Durchfall vor, wenn mehr als dreimal am Tag breiige bis wässrige Stühle auftreten.

Was sind die Ursachen?

Akuter Durchfall ist meist eine Schutzreaktion des Körpers. Dieser möchte eingedrungene Krankheitserreger oder Gifte so schnell wie möglich wieder loswerden. Akuter Durchfall wird häufig von Übelkeit, Fieber und Bauchschmerzen begleitet. Die häufigsten Ursachen sind bestimmte Bakterien, z. B. in unsauberen Lebens mitteln oder Trinkwasser, Viren (Darm grippe) oder Salmonellen. Im aussereuropäischen Ausland werden Durchfälle auch durch andere, häufig gefährliche Erreger (z. B. Cholera, Typhus etc.) hervorgerufen.

Aber nicht immer sind Krankheitserreger für einen Durchfall verantwortlich. Es gibt viele Menschen, die auf psychische Belastung mit erhöhter Darmtätigkeit und flüssigem Stuhlgang reagieren. Auslöser kann z. B. die Aufregung vor einer Prüfung oder Ärger sein. Andere Menschen reagieren empfindlich auf Orts- und Klimawechsel, z. B. auf Reisen. Seltener sind dagegen Ursachen wie bestimmte Arzneimittel (z. B. Antibiotika), chronische Darmentzündungen, Schilddrüsenüberfunktion, Nahrungsmittelallergien und andere.

Wie richtig selbst behandeln?

Meistens sind Durchfälle harmlos. Während der akuten Durchfallphase sollte man möglichst auf Essen verzichten, aber reichlich trinken (z. B. fettfreie Bouillon etc.), da der Körper sonst zu viel Flüssigkeit verliert. Nach durchschnittlich ein bis zwei Tagen normalisiert sich die Verdauung in der Regel wieder. In dieser Phase empfiehlt sich leichte Kost wie Zwieback oder Haferschleimsuppe.

Bei Durchfall werden mit dem erhöhten Wasserverlust in verstärktem Masse auch Mineralstoffe ausgeschieden. Wenn man nicht für ausreichenden Ersatz sorgt, belastet das den Kreislauf und den Stoffwechsel. Zum Ausgleich des Mineralstoff- und Wasserverlustes eignen sich Mineralwasser ohne Kohlensäure oder ungesüsste Tees. Ein bewährtes Hausmittel gegen Durchfall ist ein frisch geriebener Apfel, versetzt mit einer Prise Salz. Sinnvoll kann auch der Einsatz von medizinischer Aktivkohle sein. Ihre Oberfläche bindet schädigende Stoffe und entfernt sie aus dem Darm. Präparate, die pflanzliche Quellmittel enthalten, dicken den Stuhl ein und nehmen zusätzlich auch Schadstoffe aus dem Darm auf. Daneben gibt es auch sehr wirksame chemische Präparate, die im gegebenen Fall zum Einsatz kommen können. Sie wirken, indem sie die Magen-Darm-Bewegung hemmen.

Fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker, welche Präparate Sie für den Akutfall in Ihrer Haus- oder Reiseapotheke vorrätig haben sollten. Kontakt mit dem Arzt ist spätestens dann notwendig, wenn der Durchfall länger als 48 Stunden anhält oder Blut im Stuhl ist. Auch bei Durchfall in Verbindung mit starken Bauchschmerzen und Erbrechen oder nach einer Auslandsreise sollten Sie rasch ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen. Bei infektiösen Durchfällen mit schwerem Krankheitsverlauf können unter ärztlicher Aufsicht Antibiotika eingesetzt werden.

Wie können Sie sich schützen?

Absoluten Schutz vor Durchfall gibt es nicht, aber mit ein paar wenigen Regeln können Sie das Risiko schon beträchtlich reduzieren:

  • bei Urlaub in heissen Ländern nur gekochte, gut durchgebratene oder geschälte Speisen essen: also z. B. auf offenes Glace, Eiswürfel in Getränken und Salat verzichten. Trinkwasser abkochen oder Mineralwasser verwenden – auch beim Zähneputzen.
  • unterstützend und prophylaktisch können insbesondere Kleinkindern Hefe-Präparate zur Stärkung der «gesunden» Darmbakterien (Darmflora) gegeben werden.
  • gegen Cholera und Typhus ist eine Impfung möglich.
  • auch zu Hause möglichst keine rohen oder weichgekochten Eier (besonders im Sommer) und kein ungenügend gegartes Poulet sowie ungewaschene Früchte und Salate essen.
  • auf das Verfallsdatum bei Lebensmitteln achten.
  • regelmässig die Hände waschen und auf Gemeinschaftshandtücher verzichten.



Der Magen-Darm-Trakt