Glossar


Adjuvante Therapie
Behandlung, die die primäre Therapie begleitet oder zusätzlich durchgeführt wird.

Areola
Brustwarzenhof; das Areal pigmentierter Haut um die Brustwarze.

Aspiration
Entfernen angesammelter Flüssigkeit durch Absaugen mittels einer Kanüle (Nadel) aus einem Hohlraum, oft aus einer Zyste.

Axilla
Achsel, Achselhöhle.

Axilläre Dissektion
operativer Eingriff zur Ausräumung von Lymphknoten in der Achselhöhle.

Axilläre Lymphknoten
Lymphknoten in der Achselhöhle.

Biopsie
Entnahme einer Gewebeprobe zur mikroskopischen Untersuchung auf Vorhandensein von Krebszellen; eine Exzisionsbiopsie ist ein operativer Eingriff zur Beseitigung des gesamten Tumors sowie eines Areals aus dem angrenzenden gesunden Gewebe. Bei der Inzisionsbiopsie entfernt der Chirurg nur einen Teil des Tumors. Die Entnahme von Gewebe mit Hilfe einer Kanüle wird als Nadel- oder Punktionsbiopsie bezeichnet.

Body-Mass-Index (BMI)
Körpermassenzahl; wird nach der Formel Körpergewicht in kg/Körpergrösse in m im Quadrat berechnet und gibt Auskunft über die Menge des Fettgewebes im Körper. Der Normwert beträgt zwischen 20 und 25; bei einem BMI über 25 liegt Über-, unter 20 liegt Untergewicht vor.

Bösartig
kann sich in andere Körperteile ausbreiten.

Brust-Ultraschall
bildgebendes Verfahren zur Diagnose von Brusterkrankungen, bei welchem hochfrequente Schallwellen (genannt Ultraschall), die vom Menschen nicht wahrgenommen werden können, an Gewebe reflektiert und die Echosignale in ein Bild (Sonogramm) umgewandelt werden; diese Bilder erscheinen auf einem dem TV-Bildschirm ähnlichen Monitor. Gewebearten mit unterschiedlicher Dichte zeigen unterschiedliche Bilder, weil sie die Ultraschallwellen unterschiedlich reflektieren. Ein Sonogramm erlaubt oft die Aussage, ob ein Brusttumor eine mit Flüssigkeit gefüllte Zyste ist oder aus einer festen Masse besteht.

Chemotherapie
Behandlung mit Antikrebsmitteln.

Chirurgische Biopsie
s. Biopsie.

Chirurgischer Eingriff
operativer Eingriff.

Duktales Karzinom
(ductal carcinoma in situ, DCIS, Duktus-Karzinom in situ oder intraduktales Karzinom): atypische Zellen, die nur in der Gangauskleidung wachsen; diese Zellen breiten sich nicht ausserhalb des Milchgangs in anderen Geweben der Brust aus.

Duktus
kleiner Kanal (Gang) in der Brust, durch den die Milch vom Lobulus (Drüsenkörper) bis zur Brustwarze fliesst; ein Krebsprozess, der in einem Duktus (Milchgang) beginnt, wird als Duktus-Karzinom bezeichnet.

Gestagen
weibliches Sexualhormon.

Gutartig
dringt nicht in benachbartes Gewebe ein und breitet sich nicht in andere Körperteile aus.

Gynäkologe
Frauenarzt.

Hormone
von Drüsen des Körpers erzeugte chemische Signalstoffe; Hormone regeln die Funktion von bestimmten Zellen oder Organen.

Hormonrezeptortest
Verfahren, mit dem die Menge bestimmter Proteine (Hormonrezeptoren) im Brustkrebsgewebe ermittelt wird; Hormone können durch diese Proteine gebunden werden. Die Feststellung einer hohen Konzentration von Hormonrezeptoren kann bedeuten, dass möglicherweise Hormone das Wachstum der Krebszellen fördern.

Hormontherapie
Behandlung des Karzinoms durch Entfernen einer hormonbildenden Drüse, Blockieren der eigenen Hormonbildung oder Verabreichen von gegensätzlich wirkenden Hormonen.

Immuntherapie
Behandlung zur Stimulierung oder Wiederherstellung der Fähigkeit des Immun-(Abwehr-)Systems, um Infektionen und andere Erkrankungen zu bekämpfen; wird auch biologische Therapie genannt.

Invasiver Krebs
Karzinom, das sich ausserhalb der Gewebeschicht ausbreitet, in der es entstanden ist; das invasive Karzinom wird auch als infiltrierendes Karzinom bezeichnet.

Karzinom
Oberbegriff für mehr als hundert Erkrankungen, bei denen sich atypische Zellen (Krebszellen) unkontrolliert teilen und wuchern.

Klinische Studien
wissenschaftliche Studien innerhalb bestimmter Patientengruppen; mit jeder Studie sollen wissenschaftliche Fragen beantwortet und bessere Verfahren zur Krebsvorbeugung oder -behandlung gefunden werden.

Lappen (Lobus)
Brustlappen; Teil der Brust; jede Brust besteht aus sechs bis neun Lappen.

Lobuläres Karzinom in situ
(lobular carcinoma in situ, LCIS): atypische Zellen in den Brustlappen; führt selten zur Entwicklung eines invasiven Karzinoms; die Anwesenheit eines LCIS bedeutet für die betroffene Frau ein erhöhtes Brustkrebsrisiko.

Lokale Therapie
Behandlung von Krebszellen im Bereich des Primärtumors und in dem benachbarten Gewebe.

Lumpektomie
Form der brusterhaltenden Operation.

Lymphe
fast farblose Flüssigkeit, die durch das Lymphsystem transportiert wird und Zellen befördert, die Abwehrfunktion haben.

Lymphknoten
Lymphdrüsen; kleine, bohnenförmige Organe, die entlang der Kanäle des Lymphsystems lokalisiert sind; Krebszellen, die in das Lymphsystem eindringen, können in den Lymphknoten nachgewiesen werden.

Lymphödem
Schwellung von Hand und Arm, hervorgerufen durch die Ansammlung von Flüssigkeit im Gewebe, wenn die Lymphknoten in der Achselhöhle beseitigt oder blockiert sind.

Lymphsystem
umfasst Gewebe und Organe wie Knochenmark, Milz, Thymus und Lymphknoten, die Zellen zur Bekämpfung von Infektionen und Krankheiten produzieren und speichern; die lymphetransportierenden Kanäle sind ebenfalls ein Teil dieses Systems.

Magnetresonanztomographie (MRT)
Kernspintomographie; computergestützte Diagnosemethode, die Bilder aus dem Inneren des Körpers liefert.

Mammogramm
spezielle Röntgenaufnahme der weiblichen Brust.

Mammographie
Anwendung einer speziellen Röntgentechnik zur Darstellung der weiblichen Brust.

Mastektomie
chirurgische Entfernung (Amputation) der weiblichen Brust.

Menopause
auch Wechseljahre genannt; Zeitpunkt der letzten Regelblutung bedingt durch nachlassende Funktion der Eierstöcke; meist zwischen dem 45. und dem 55. Lebensjahr.

Metastasierung
Ausbreitung des Karzinoms von einem Teil des Körpers in einen anderen; die Zellen der Metastasen (sekundärer Tumor) ähneln histologisch denen des primären Tumors.

Mikroverkalkungen
feine Kalziumablagerungen in der Brust, die man nicht ertasten, aber aus einem Mammogramm ersehen kann; eine Ansammlung dieser sehr kleinen Kalziumkörnchen kann auf die Anwesenheit eines Karzinoms hinweisen.

Milchgang (Ductus lactiferus)
s. Duktus.

Nadellokalisierte Biopsie
ultraschallgesteuerte Biopsie mit einer Nadel; der Tumor wird per Ultraschall genau lokalisiert, und mit der Biopsienadel wird eine Gewebeprobe genommen.

Onkologe
Arzt, der auf die Behandlung von Krebs spezialisiert ist.

Palliative Behandlung
lindernde Behandlung von Krebssymptomen; dazu gehört auch die psychische sowie spirituelle Begleitung von Patient und Angehörigen. Eine Palliativtherapie kann stationär (im Krankenhaus) oder ambulant (in Krankenhausambulanz oder Tagesklinik, durch ärztliche Betreuung in Praxis oder zu Hause) erfolgen.

Pathologe
Arzt, der durch Untersuchung von Zellen und Geweben unter dem Mikroskop Krankheiten diagnostizieren kann.

Plastischer Chirurg
Arzt, Operateur; ist auf Schönheits- oder wiederherstellende Eingriffe spezialisiert.

Positronenemissionstomographie (PET)
nuklearmedizinische Diagnosemethode zur Darstellung von Stoffwechselprozessen und regionalen Blutflüssen im Körper.

Präkanzeröse Erkrankung
Krankheit, die ein potenzielles Vorstadium von Krebs darstellt, aus der sich Krebs entwickeln kann.

Primärtumor
ursprünglicher, zuerst entstandener Tumor; Zellen, die von diesem im Körper ausstreuen (metastasieren), bilden Fernmetastasen, die die Krebszellen des Primärtumors enthalten. Wenn Brustkrebs z.B. in Knochen Metastasen bildet, wird das metastasierter Brustkrebs und nicht Knochenkrebs genannt.

Progesteron
weibliches Sexualhormon.

Prothese
künstlicher Ersatz eines Körperteils; eine Brustprothese hat die Form einer Brust und wird unter der Bekleidung getragen.

Radiologe
Arzt, der auf Strahlenheilkunde spezialisiert ist; die Strahlenheilkunde umfasst die diagnostische und therapeutische Anwendung von Röntgenstrahlen, Schallwellen oder anderen Energietypen.

Remission
Verschwinden der Symptome des Karzinoms; kann vorübergehend oder dauehaft sein.

Rezidiv
Wiederauftreten der Erkrankung, nachdem die Behandlung des Karzinoms abgeschlossen war.

Rezidivierender Krebs
wiederauftretendes Karzinom.

Risikofaktor
(Rand-)Bedingung, die die Wahrscheinlichkeit zur Entwicklung einer Krankheit bei einer Person erhöht.

Röntgenstrahlen
hochenergetische Strahlung; in kleinen Dosen wird sie zur Diagnose von Krankheiten und in hohen Dosen zur Krebsbehandlung genutzt.

Screening
routinemässige Untersuchungen zum Zweck der Entdeckung einer Krankheit, wenn keine Symptome, aber Veranlagungen bestehen.

Stadium
Phase einer Krebserkrankung; das Stadium eines Mammakarzinoms hängt von Grösse und Ausbreitungsgrad des Karzinoms ab.

Staging
Stadienbestimmung anhand Tumorgrösse und -streuung.

Stereotaktische Biopsie
zumeist Vakuumbiopsie; die Biopsie wird unter Röntgenkontrolle und mit mehreren Nadeln durchgeführt.

Strahlentherapie
Behandlung mit hochenergetischen Strahlen, um Krebszellen abzutöten; bei der Nutzung einer Apparatur, mit der Hochenergiestrahlen gezielt auf das Karzinom gerichtet werden, wird diese Behandlungsart externe Bestrahlung genannt. Wenn radioaktives Material, das sich in dünnen Plastikröhrchen befindet, in die Brust eingesetzt wird, nennt man diese Behandlungsart interstitielle Bestrahlung.

Supportive Massnahmen
unterstützende Behandlung; dazu gehören medizinische Massnahmen (Palliativ- und Schmerztherapie) sowie psychoonkologische Betreuung, physikalische Therapie und Sport, psychosoziale Beratung u.v.m.

Systemische Therapie
Behandlung, die die Krebszellen im gesamten Organismus erreichen und zerstören soll.

Tamoxifen
Antiöstrogen; kommt im Rahmen einer Hormontherapie bei Brustkrebs zum Einsatz.

Trastuzumab
Antikörper; kommt im Rahmen einer Immuntherapie bei metastasiertem Brustkrebs zum Einsatz.

Tumor
Geschwulst; entartete, meist feste Gewebemasse.

Tumorbett
Begriff aus der Chirurgie für die Stelle im Körper, an der der Tumor liegt.

Tumorektomie
chirurgischer Eingriff zur Entfernung eines Tumors; meist schliesst sich eine Strahlentherapie an.

Tumormarker
Tumorindikatoren; körpereigene Substanzen, die sich in hoher Konzentration in Blut und Urin befinden können, wenn sich eine Krebserkrankung entwickelt.

Zyste
durch eine Kapsel abgeschlossene sackartige Geschwulst mit flüssigem Inhalt.


Seraina Carolo-Schaffner
Head BU Hospital & Oncology